Wie schmeckt Muttermilch? In jeder Phase anders!

Muttermilch: Eine Faszination

Muttermilch fasziniert uns so, weil sie alles enthält, was ein Neugeborenes für die Entwicklung benötigt. Sie besteht aus vielen Inhaltsstoffen, die vor allem das Immunsystem des Babys unterstützen. Jede Muttermilch sieht in ihrer gelblich-weißen Farbe ähnlich aus. Es gibt allerdings nicht DEN Geschmack von Muttermilch, da sie bereits während der Schwangerschaft entsteht und sich nach der Geburt in mehreren Phasen entwickelt. Dabei verändert sie Konsistenz und Aussehen und passt sich an die Bedürfnisse des Neugeborenen an.

Phase 1: Kolostrum

In den ersten Tagen nach der Geburt sieht die Muttermilch noch dick und klebrig aus. Das sogenannte Kolostrum variiert oft in seiner Farbe, ist sehr hochkonzentriert und leicht verdaulich für das Neugeborene. Der Körper produziert oft nur geringe Mengen, die an den winzigen Magen des Babys angepasst sind und seinen ersten Stuhlgang (das sogenannte Mekonium) fördern.

Phase 2: Übergangsmilch

In den nächsten zwei Wochen nimmt die Milchmenge zu. In dieser Phase des „Milcheinschusses“ schwellen die Brüste oft an und können rot werden. Jetzt verändert sich auch ihr Aussehen und die Zusammensetzung. Während der Fett- und Zuckergehalt steigt, sinkt ihr Immunoglobulin- und Proteingehalt. Jetzt schmeckt sie sozusagen etwas süßer.

Phase 3: Reife Milch

Reife Muttermilch ist im Aussehen nicht so cremig wie Kuhmilch, sondern wirkt etwas wässrig. Dennoch brauchst du dir als Mutter keine Sorgen zu machen, dass deine Milch zu dünn ist, denn das ist genau richtig so: Mit dem Stillen verändert sich während vieler Wochen die Milch und passt sich dem Baby an. Der Anteil an Fett nimmt jetzt zu und der Zuckergehalt wieder ab. Der Körper regelt die richtige Zusammensetzung selbst.

Der Geschmack von Muttermilch richtet sich nach der Ernährung der Mutter.

Was beeinflusst den Geschmack von Muttermilch?

Im Prinzip ist die Muttermilch immer gleich zusammengesetzt. Die Natur sorgt dafür, dass Frauen mit einer eher ungesünderen Ernährung ebenfalls alle wertvollen Stoffe für ihr Baby produzieren. Dennoch ist es nicht unwichtig, wie du dich während der Schwangerschaft und vor allem in der Stillzeit ernährst. Durch eine gesunde Ernährung in der Schwangerschaft kann die Qualität der Muttermilch erhöht werden, ebenso wie es Lebensmittel und Stoffe gibt, welche die Muttermilch eher negativ beeinflussen.

Das solltest du wissen:

  • Bewusste Ernährung: Babys spüren jede kleinste Veränderung in deiner Muttermilch, denn was du zu dir nimmst, ob Getränke oder Lebensmittel, wirkt sich direkt auf deine Milch aus.
  • Geschmack von Fruchtwasser: Am liebsten mögen sie jene Milch, die ähnlich schmeckt wie das Fruchtwasser. Fruchtwasser schmeckt nach allem, das die Mutter zu sich nimmt. Es hilft also, wenn du dich nach der Geburt ähnlich ernährst wie vorher. Dann wird das Baby auch deine Milch mögen.
  • Gewürze und Öle: Ätherische Öle und Gewürze wie bei Knoblauch, Zwiebeln oder Spargel wirken sich besonders auf den Geschmack der Muttermilch aus. Thymian mögen Babys oft besonders gern.
  • No-Gos: Zigaretten, Alkohol und sogar Parfum beeinflussen die Muttermilch negativ und wirken sich auch auf das Trinkverhalten des Babys aus. Mütter, die viel rauchen, haben meist weniger Milch.

Fisch versorgt deine Muttermilch mit Jod!

Diese Lebensmittel haben einen positiven Einfluss auf die Muttermilch

Der Mythos, dass ein Baby Koliken und Blähungen von den verzehrten Speisen der Mutter bekommt, ist zum Glück längst entlarvt. Heute weiß man, dass es viele Gründe geben kann, warum das Kind beim Stillen schreit, unruhig ist oder nicht trinken mag. Es liegt nicht unbedingt daran, dass du was Falsches gegessen hast. Es ist jedoch in jedem Fall gut, sich gesund und ausgewogen zu ernähren – und das schon in der Schwangerschaft. Vor allem, wer sich sehr vielseitig ernährt, wird sehen, dass auch das Baby viel mehr Speisen mögen wird.

Diese Lebensmittel sind besonders gut für dein Baby:

  • Vitamin-C: Ein Baby braucht viel Vitamin-C, daher ist es in der Stillphase gut, viele Zitrusfrüchte, Speisen mit Sanddorn oder Beeren zu essen. So stärkst du seine Gesundheit.
  • Omega 3 Fettsäuren: Wenn du viel Nüsse, Fisch und Pflanzenöle verzehrst, erhöhst du den Anteil von Omega 3 Fettsäuren in deiner Muttermilch. Diese sind wichtig für die Gehirnentwicklung des Säuglings.
  • Jod: Stillende Mütter sollten jodiertes Speisesalz oder Fisch essen, da Jod wichtig für die Entwicklung der Schilddrüse ist. Im deutschsprachigen Raum leiden viele unter leichtem Jodmangel.

Video: Mythos Stillpflicht: Bin ich eine schlechte Mutter, wenn ich nicht stille?

Nicht jede Mutter ist in der Lage, zu stillen oder möchte dies aus verschiedensten Gründen nicht. Hier erfährst du, warum nichts dagegen spricht.